Geistliche Begleitung

Die Seele stärken lassen. Vertrauen einüben

 

Der Hintergrund von Geistlicher Begleitung und Alltagsexerzitien


Geistliche Begleitung ist der Blick auf den Lebensweg eines Menschen unter der Voraussetzung der Führung Gottes. 

Alltagsexerzitien sind Übungen im täglichen Umfeld, um die Gegenwart Gottes besser wahrzunehmen und im eigenen Leben deutlicher darauf reagieren zu können.

Der/die Begleitete ist eingeladen, Anzeichen des Wirkens Gottes in seinem Leben zu suchen und Gott auf sein Handeln zu antworten. 




Geistliche Begleitung umfasst

ein  Vorgespräch (evtl. mehrere),

etwa ein einstündiges Gespräch im Monat

für die Dauer eines halben oder ganzen Jahres 

und regelmäßige Reflexionsgespräche.


 

Exerzitien im Alltag meint 

die Aufnahme von Kontakt mit Gott 

durch regelmäßige, tägliche Gebetszeiten, 

einen freundlichen Tagesrückblick

und wöchentliche Treffen zur Einführung und Auswertung.



Geistliche Begleitung im Bild

Mein Verständnis von Geistlicher Begleitung illustriert das Bild dieser homepage:

Zu sehen ist die Brücke Puente la Reina im gleichnamigen Ort in Spanien. Dort vereinigen sich die beiden Hauptrouten des französischen Jakobsweges.

Viele Menschen sind da unterwegs, die einen auf diesem, die anderen auf jenem Weg. Die Brücke hilft ihnen, auf bequeme und sichere Weise über den Fluss zu kommen.

Ich möchte Sie auf Ihrem Weg ein Stück begleiten, Sie auf dieses oder jenes aufmerksam machen und Ihnen helfen, besser voran zu kommen.

Ihren Weg müssen Sie selber gehen - aber ich kann Ihnen (hoffentlich) eine gewisse Sicherheit und Orientierung geben. 

 


Oft gestellte Fragen


Zur Geistlichen Begleitung


Kann solche Gespräche nicht auch mein Pfarrer, meine Pfarrerin machen? 

Antwort: Doch können sie natürlich. Die Kolleginnen und Kollegen haben ja Seelsorge gelernt und praktizieren sie. Oft aber gibt es ein Zeitproblem...


Was unterscheidet Geistliche Begleitung von einem Seelsorgegespräch?

Antwort: Seelsorgegespräche haben meist einen konkreten Anlass: Eine Frage, ein Problem, ein Anliegen. Sie sind  punktuell orientiert. 
Geistliche Begleitung ist auf einen längeren Weg angelegt. Man hat normalerweise ein unbestimmteres Ziel und  vereinbart einen Zeitraum von mindestens fünf bis zehn Treffen.


Ist Geistliche Begleitung eine Form von Therapie?

Antwort: Mit Einschränkungen - Ja!  Allerdings ist der Therapeut, die Therapeutin nicht der/die Geistliche BegleiterIn. Wir gehen im Gespräch von einer Dreieck aus: Es gibt den Klienten/die Klientin, den/die BegleiterIn - und immer ist Gott im Gespräch anwesend. Wir fragen, wie Gott die geschilderte Situation wohl sieht.


Muss man besonders fromm sein, wenn man Geistliche Begleitung machen will?

Antwort: Nein - aber ebenfalls mit Einschränkungen. Man muss keinen besonderen Frömmigkeitsstil pflegen, muss nicht katholisch oder evangelisch oder überhaupt Mitglied einer Kirche sein. Wer allerdings die Grundannahme der Geistlichen Begleitung anzweifelt - nämlich, dass es einen Gott gibt, der die Welt und mich geschaffen hat und es gut mit mir meint - der wird mit Geistlicher Begleitung nicht viel anfangen können.


Kostet Geistliche Begleitung etwas?

Antwort: Im Prinzip ja. Die Ausbildung zum Geistlichen Begleiter tragen wir weitgehend selber und wir stellen meist auch die Rahmenbedingungen wie Räumlichkeit, Heizung, Reinigung, Beleuchtung etc.  
Ich bitte daher um eine  Beteiligung an diesen Kosten. Die Höhe richtet sich nach dem Einzelfall



 

Zu Exerzitien im Alltag


Exerzitien klingt fast wie exerzieren. Braucht es dazu viel Disziplin?

Antwort: In gewissem Sinne schon. Allerdings geht es eher um Loslassen als um eine Anstrengung. Wir wollen die Hilfe Gottes in Anspruch nehmen und weniger selber machen.


Exerzitien kenne ich nur aus der katholischen Kirche. Ist das auch für Nicht-Katholiken?

Antwort: Tatsächlich haben in den letzten Jahrhunderten  vorwiegend katholische Christen Exerzitien gepflegt und geübt. Aber letztlich geht diese Form des Betens auf Jesus selbst zurück, der oft früh aufgestanden ist, um an einem einsamen Ort zu beten.
Martin Luther hat ebenfalls sehr für ein geregeltes Gebetsleben geworben. Und heute werden die Oberfränkischen Alltagsexerzitien von katholischen und evangelischen Autoren gemeinsam entworfen und auch gemeinsam durchgeführt.


Braucht es bestimmte Materialien oder anderes für diese Form des Betens?

Antwort: Es braucht eine Kerze, einen ruhigen Ort und eine halbe Stunde Zeit, in der nichts wichtiger ist als Gott. Telefon, Computer etc. sollen ausgeschaltet sein, Familienmitglieder sollen Bescheid wissen, dass Störungen unerwünscht sind.


Ich glaube nicht an Gott - kann ich trotzdem Alltagsexerzitien machen?

Antwort: Ja - wenn Sie offen sind, dass Gott sie eines Besseren belehrt... Es geht darum, Erfahrungen im Glauben machen und darüber reden. Die Ergebnisse stehen nicht schon fest.


Kosten Alltagsexerzitien etwas?

Antwort: In meiner eigenen Kirchengemeinde biete ich sie zwei Mal im Jahr kostenfrei an. Wenn ich woanders hinkommen soll, erbitte ich eine Aufwandsentschädigung.